FAQ Bentonitmatten
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![]() | Wie ist eine Bentonitmatte aufgebaut? |
Die geosynthetische Tondichtungsbahn aus Bentonit (im Folgenden GTD genannt) besteht üblicherweise aus einer Trägerschicht aus einem Polypropylen Geokunststoff (meist einem Gewebe oder einem Gewebe/Vliesstoff Verbundstoff) und einer Deckschicht aus einem Polypropylen Vliesstoff. Zwischen diesen beiden Lagen aus Geokunststoffen ist Natriumbentonit in z. B. Pulverform eingelagert, ca. 4 - 5 kg/m²). Die drei Komponenten werden z. B. durch Vernadelung vollflächig miteinander verbunden, so dass sie vollflächig schubkraftübertragend für den Bau von Böschungen geeignet sind.
![]() | Was muss ich beim Transport von Bentonitmatten beachten? |
Die Anlieferung erfolgt in Rollen mit Wickelkern (Innendurchmesser des Wickelkernes 10 cm). Die Rollen sind in Folie wetterfest verpackt und bei Anlieferung auf Beschädigung zu kontrollieren. Auf den Rollen befinden sich Etiketten und das CE Kennzeichen. Die Anlieferung erfolgt mit CE Begleitdokumenten und meist durch LKW, der nach Möglichkeit mit Bordkran ausgestattet ist, und nach oben oder zur Seite entladbar sein muss. Das Gewicht der Rollen ist Größenabhängig und kann zwischen 500 kg und 1200 kg liegen, der Durchmesser ist ca. 60 cm. Manche Bentonitmatten haben selbstdichtende Überlapungen. Ansonsten wird das für die Dichtung der Überlappung notwendige Bentonit in Säcken zu 25 kg/Sack mitgeliefert.
![]() | Womit kann ich die Bentonitmatten auf der Baustelle entladen? |
Die Entladung der Lkws auf der Baustelle erfolgt entweder mit
Gabelstapler, Radlader, Bagger oder mit bordeigenem LKW- Kran.
An die Baustellengeräte wird zur Entladung eine geeignete Traverse
angebracht. Das Rohr der Traverse (Durchmesser max. 8 cm) wird
durch den Wickelkern der Rollen geschoben und an den Enden durch
Ketten, Gurte oder Seile an die Traverse angehängt. Die Entladung
erfolgt nach oben.
Falls keine Traverse vorhanden ist, sind mind. 2 Gurte um die Rollen
zu legen. Die Entladung erfolgt schonend nach oben oder zur Seite
per Radlader oder Kran.
Eine weitere Entlademöglichkeit besteht mit einem Gabelstapler,
an dem ein stabiler Dorn angebracht ist. Hierbei ist der LKW von
hinten zu entladen. Die Rollen dürfen auf keinen Fall abgeworfen
werden, da die GTD dadurch erheblich beschädigt
werden können. Der Entladebereich sollte eben, befahrbar und
tragfähig sein.
![]() | Was ist für die Zwischenlagerung von Bentonitmatten zu beachten? |
Die Lagerfläche sollte ein Gefälle aufweisen, so dass Oberflächen-
wasser abgeführt wird. Sie muss trocken, steinfrei, eben und ausreichend
tragfähig sein. Entlade- und Transportgeräte sollten auf dem Baugrund
keine nennenswerten Spuren hinterlassen.
Der Lagerplatz der Rollen ist gegen Feuchtigkeit zu schützen.
Die Lagerung kann pyramidenförmig in max. 5 Lagen erfolgen.
Die Rollen sind vor Niederschlägen durch Abdecken mit einer Folie o.a.
zu schützen. Die Lagerflächen sind vor unbefugtem Zutritt zu sichern.
![]() | Welche Geräte benötige ich für den Bentonitbahneinbau? |
l. d. R. können die Geräte für das Entladen der Rollen auch für die
Verlegung verwendet werden. Man benötigt zumindest ein 6 Meter
langes Stahlrohr und zwei Gurte oder Ketten von 6 Meter Länge zum
einhängen an den Rohrenden und am Verlegegerät oder zusätzlich
zum Rohr eine Traverse, die für ein Gewicht von > 1000 kg geeignet ist,
ohne sich zu verbiegen.
Max. Durchmesser des Einschubrohres sind 8 cm.
Vor die Verlegung der Rollen werden geländegängige Baugeräte wie
z. B. Radlader oder Bagger mit geringem Bodendruck verwendet, die in
der Lage sind, die Bentonitrollen zu heben und sanft und präzise
abzusetzen.
Die Ketten oder Gurte sollen vor und während der Verlegung auf
ausreichende Festigkeit überprüft werden. Häufig ist es notwendig,
auf der Baustelle zu schneiden. Hierzu benötigt man ein scharfes
Messer mit einer glatten Klinge (z. B. Teppichmesser) oder ein
Elektromesser oder einen kleinen Winkelschleifer.
Um das Bentonitgranulat gleichmäßig und zügig auf den gekenn-
zeichneten Überlappungsbereich aufzubringen ist eine Gieskanne
oder ein Linienstreuer zu empfehlen.
Sollte es notwendig sein, dass in den Säcken mitgelieferte
Verlegegranulat als Paste zu verwenden (z. B. bei Rohrdurchfüh-
rungen, Böschungen und im Dränagegraben), so ist folgendes
Mischungsverhältnis zu beachten:
1 Teil Bentonitgranulat zu 3 Teile Wasser.
![]() | Welche Qualifikation braucht das Verlegepersonal von Bentonitbahnen? |
Die Verlegung der Rollen darf nur von Verlegern durchgeführt werden,
die nachweislich mindestens eine der folgenden Qualifikationen
vorweisen können:
- Zulassung als Fachbetrieb nach WHG § 19.1
- Der Vorarbeiter des Verlegetrupps muss schon Bentonitmatten auf
einer Baustelle mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad verlegt haben
- Einweisung des vorgesehenen Verlegetrupps durch einen Mitarbeiter
eines Systempartners, oder durch einen von diesen
autorisierten Fachverleger.
![]() | Darf man Bentonitbahnen bei jedem Wetter einbauen? |
Bentonit- Dichtungsbahnen dürfen nur bei trockenem Wetter verlegt
werden. Die Dichtungsbahnen können aufgrund einer vorzeitigen
Hydrierung bei der Verlegung oder Beschüttung beschädigt werden.
Aus diesem Grund darf nicht verlegt werden bei:
- Niederschlägen (Regen, Schneefall)
- stehendem Wasser
- nicht standfestem oder aufgeweichtem Untergrund.
![]() | Worauf muss ich bei der Verlegung von Bentonitbahnen achten? |
Vorzugsweise sind vor dem Verlegen alle Zu- und Ableitungen in das
Planum soweit zu verlegen, dass die freien
Anschlussenden der Leitungen in die Fläche hinein
ragen. Die Verlegung erfolgt mit der Vliesstoffseite nach unten.
Bentonitmatten sind in Gefällerichtung und insbesondere im
Überlappungsbereich der Bahnen faltenfrei zu verlegen. Das Planum
muss eben und frei sein von Schutt, Wurzeln, spitzen und scharfkantigen
Steinen. Abweichungen von der Sollhöhe sollten max. +1 bis - 3 cm
betragen. Es ist sinnvoll das Planum vor der Verlegung abzuwalzen.
Die Überlappung ist in einer Breite von 15 bzw. 25 cm herzustellen.
Eine Überlappungs- und eine Führungslinie sind auf die -Bahnen in einem
Abstand von 15 bzw. 25 cm von der Bahnkante aufgedruckt, um eine
exakte Überlappung zu erleichtern muss speziell im Überlappungs-
bereich faltenfrei verlegt werden, um bestmöglichen Kontakt herzustellen.
Die Querüberlappungen in Längsrichtung der Rollen dürfen 30 cm nicht
unterschreiten. Der Überlappungsbereich muss von Verunreinigungen
gesäubert werden, um eine einwandfreie Abdichtung sicherzustellen.
Das in den Säcken mitgelieferte Natrium-Bentonit-Granulat wird im
Überlappungsbereich gleichmäßig mittig in einer Breite von ca. 10 cm
aufgestreut. Dosierung soll ca. 0,75 kg pro laufendem Meter betragen.
Überlappungen in Tiefpunkten sind zu vermeiden. Kreuzstöße sind
nicht zulässig. Querüberlappungen sind nach Möglichkeit im Böschungs-
bereich zu vermeiden. Bahnenzuschnitte sind so auszuführen, dass die
Geotextilien glatt durchtrennt werden und ein übermäßiger Bentonitverlust
an den Schnittkanten vermieden wird. Überlappungen vom Ende einer Rolle
zum Anfang der nächsten Rolle (Querüberlappungen) sind grundsätzlich
schindelförmig auszuführen, d. h. das vom Böschungskopf kommende
Rollenende liegt grundsätzlich über dem Anfang der weiter unten
beginnenden Rolle. Die zur Überdeckung verwendeten Schüttmaterialien
müssen so beschaffen sein, dass sie bei Berücksichtigung der Einbau-
bedingungen Beschädigungen der Bentonitbahn ausschließen. Größtkorn,
Korngröße, Gleichförmigkeit und Sieblinie sind dabei zu berücksichtigen.
Im Zweifel ist eine Schutzlage aus 5 cm Sand oder ein mechanisch
verfestigter Vliesstoff mit einem Mindestgewicht von 400 g/m² zwischen
Überdeckung und Bentonitbahn zu verlegen.
Die Bentonitbahn ist nach dem Verlegen unverzüglich abzudecken.
Die Mindestüberdeckung darf 30 cm nicht unterschreiten. Bahnen mit
einem Wassergehalt von > 50 % dürfen nicht eingebaut werden
![]() | Muss man Bentonitbahnen mit Einbindegräben fixieren? |
In Bentonitbahnen dürfen planmäßig keine Zugkräfte eingeleitet werden.
Einbindegräben sind für Bentonitbahnen dank der guten Verbundreibung
gegenüber dem Untergrund nur in seltenen Ausnahmefällen erforderlich.
![]() | Wie schaffe ich Rohr- und Bauwerksdurchbrüche in der Bentonitabdichtung? |
Rohrdurchführungen und Anschlüsse sind mit besonderer
Sorgfalt auszuführen. Es werden vorzugsweise zuerst alle
Zu- und Ableitungen in das Planum hinein verlegt. Die anschließend darüber abgerollte
Bentonitbahn wird im Bereich des Zu- oder Ablaufrohres
durch zwei sich kreuzende Schnitte von der Länge des
Rohrdurchmessers geöffnet. Die Bentonitbahn wird mit dem
Kreuzschnitt über das Rohrende der Zu- oder Ableitung bis
zum Planum geschoben. Umlaufend um das Rohr wird in
einem Abstand von mind. 30 cm auf der Bentonitbahn und
mind. 20 cm auf dem Rohrende pastöse Bentonitmasse auf-
gebracht und mit entsprechend zugeschnittenen Bentonitbahn-
stücken überdeckt. Die Bentonitbahnstücke sind mit mehreren
Wicklungen Edelstahldraht an den Rohrenden zu sichern. Das
Einbinden von Schachtbauteilen und Seitenwände von Bauteile
ist vergleichbar auszuführen. Die an Anschlüssen und Durch-
dringungen entstehenden Überlappungen mit Zuschnitten und
Zulagen sind grundsätzlich wie unter "Verlegung" beschrieben
auszuführen.
![]() | Muss ich die verlegte Bentonitbahn vor Witterungseinflüsse schützen? |
Um ein vorzeitiges Quellen ohne Auflast zu verhindern, muss die
Bentonitbahn nach der Verlegung unverzüglich überdeckt werden.
Bahnen mit mehr als 50 % Wassergehalt dürfen nicht eingebaut
werden. Die darüber liegende Schotterschicht
darf nur im "Vor-Kopf-Verfahren" aufgebracht werden. Die verlegte
Bentonitbahn darf nicht direkt befahren werden.
Die Schotterschicht hat zugleich die Aufgabe,
die GTD im Einbauzustand vor unkontrolliertem Aufquellen und
Beschädigungen zu schützen. Die verlegte geosynthetische
Tondichtungsbahn aus Bentonit muss vor dem
ersten Niederschlag (Regen) mit der Schotterschicht abgedeckt sein.
![]() | Kann man Bentonitbahnen reparieren? |
Bei Reparaturen wird zwischen Beschädigungen im Flächenbereich,
im Überlappungsbereich und bei Anschlüssen bzw. Durchdringungen
unterschieden.
Flächenbereich:
- Die Schadstelle ist freizulegen und zu säubern.
- Die Schadstelle ist mit Bentonitgranulat in einer Breite von ca.
10 cm gleichmäßig abzustreuen. Die abgestreute Fläche ist so zu
bemessen, dass von der Schadstelle umlaufend mind. 50 cm mit
Granulat bedeckt sind.
- Auf die abgestreute Fläche ist ein Bentonitbahnstück in der
gleichen Größe aufzulegen und anzudrücken.
- Die ausgebesserte Fläche ist umgehend zu überdecken.
Überlappungsbereich:
Nach Klärung der Schadensursache kann analog zur Reparatur im
Flächenbereich die beschädigte Stelle mit Bentonitgranulat in einem
Streifen von ca. 10 cm eingestreut und anschließend mit einem
Bentonitbahnstück überdeckt werden. Falls eine Verschiebung ein-
getreten ist besteht die Möglichkeit eine kraftschlüssige Verbindung
herzustellen. Hier eignet sich besonders ein doppelseitiges Klettkle-
beband, bauseitiges Vernähen, eine punktuelle thermische Fixierung
sowie eine Befestigung mit U-förmigen Agraffen.
Anschlüsse und Durchdringungen
Hier sollte nach Klärung der Ursache die Fehlstelle nochmals, wie
unter Anschlüsse beschrieben, überarbeitet werden. Bentonitgranulat
oder -paste muss eingestreut und anschließend der Bereich mit
zugeschnittenen Bentonitbahnstücken überdeckt werden
Ist eine Durchwurzelung der Bentonit-Abdichtung möglich?
Ja. Daher ist im Bereich des zu erwartenden Wurzelbereiches
(z. B. maximaler Kronendurchmesser) zum Schutz der Bentonitbahn
auf dem Planum eine 1,5 mm dicke PEHD-Kunststoffdichtungsbahn aufzubringen.
Detaillierte Angaben dazu erhalten Sie vom FGSV (Forschungs-
gemeinschaft Straßen und Verkehr) aus dem "Merkblatt über
Baumstandorte und unterirdische Ver- und Entsorgungsanlagen
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